Diese fünf Prinzipien machen dich zu einem Besseren Entscheider

Du stehst vor der Entscheidung, was du nach dem Abitur machen willst? Du möchtest wissen, wie du in deinem (Werkstudenten)Job ein besseres Gehalt verhandeln kannst? Diese fünf ökonomischen Grundsätze helfen dir dabei, dumme Fehler zu vermeiden und deine Entscheidung aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

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PRINZIP 1: Angebot und Nachfrage

Wobei hilft es dir?

Ein grundlegendes Verständnis von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln, ist langfristig fast genauso wichtig für deine Karriere, wie fließend Englisch sprechen und schreiben zu können. Mit dem einfachen Modell, das wir dir hier vorstellen, kannst du beispielsweise herausfinden, wie sich die Löhne und die Anzahl der Arbeitsplätze entwickeln, wenn 50% aller Tätigkeiten automatisiert werden.

Wie entwickeln sich Löhne und Arbeitsplätze, wenn...

...Tätigkeiten automatisiert werden?

...Tätigkeiten ins Ausland verlagert werden können?

...eine Industrie schrumpft?

...eine Industrie wächst?

Was musst du wissen?

Jeder Markt setzt sich aus zwei Seiten zusammen: Angebot und Nachfrage. Der Arbeitsmarkt ist da keine Ausnahme. Arbeitnehmer bieten Arbeit an, Unternehmen fragen Arbeit nach. Sie brauchen Mitarbeiter, damit sie ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen können (Arbeitsnachfrage). Arbeitnehmer begeben sich auf den Arbeitsmarkt, um Geld zu verdienen (Arbeitsangebot).

Die folgende Graphik stellt das Arbeitsangebot dar. Auf der horizontalen Achse ist die Anzahl der Arbeitsstunden abgetragen, auf der vertikalen Achse der Lohn. Das Arbeitsangebot ist eine steigende Gerade. Wenn der Lohn steigt, weiten die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit aus. Es lohnt sich nun, länger zu arbeiten. Gleichzeitig kommen jetzt auch neue Arbeitnehmer auf den Arbeitsmarkt, die zuvor bei dem niedrigeren Lohn nicht bereit waren, zu arbeiten.

Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage

Die Arbeitsnachfrage spiegelt das Verhalten der Unternehmen wider. Im Gegensatz zum Arbeitsangebot kann die Arbeitsnachfrage durch eine fallende Gerade dargestellt werden. Denn Unternehmer reagieren anders auf eine Lohnerhöhung: Ihre Mitarbeiter sind nun teurer als zuvor. Um profitabel zu bleiben, müssen sie einige Arbeitnehmer entlassen. 

Das Marktgleichgewicht ist durch den Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve gekennzeichnet. Bei diesem Lohn fragen die Unternehmen genauso viele Arbeitsstunden nach, wie die Arbeitnehmer anbieten.

Was passiert, wenn 50% der Tätigkeiten automatisiert werden?

Natürlich ist dieses Modell eine extreme Vereinfachung des realen Arbeitsmarktes. Beispielsweise können Arbeitnehmer in der Realität nicht immer frei über ihre genaue Arbeitszeit entscheiden. Trotzdem ist es bei vielen Überlegungen hilfreich, eben weil es einfach zu verstehen ist und gleichzeitig zumindest tendenziell richtig beschreibt, was in der Realität geschieht.

Verschiedene Studien schätzen, dass ungefähr 50% der heutigen Tätigkeiten in den nächsten zwei Jahrzehnten automatisiert werden können. Was geschieht dann auf dem Arbeitsmarkt? Die Unternehmen können nun Software (oder Roboter) statt Menschen für all diese Tätigkeiten einsetzen. Und diese Software ist deutlich günstiger (inkl. Anschaffung und Aktualisierung), als Tausende Mitarbeiter zu beschäftigen. Deshalb verschiebt sich die Nachfragekurve nach links unten. Die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen sinkt: Arbeitgeber sind jetzt nur noch bereit, Arbeitnehmern den Lohn zu zahlen, der den jährlichen Automatisierungskosten entspricht, da sie ihre Mitarbeiter jederzeit ersetzen können. 

Im neuen Gleichgewicht sind nur noch wenige Arbeitnehmer beschäftigt, da viele nicht bereit sind, zu dem niedrigen Lohn zu arbeiten. 

Das ist nur eines von vielen möglichen Szenarien, die du mit diesem Modell untersuchen kannst. Unabhängig von dem konkreten Szenario schaust du dir immer an, wie Arbeitsangebot und -nachfrage auf die Veränderung reagieren.

PRINZIP 2: Opportunitätskosten und versunkene Kosten

Wobei hilft es dir?

Diese beiden Konzepte helfen dir immer, wenn du dich zwischen zwei oder mehr Optionen entscheiden musst. Das kann eine simple Urlaubsentscheidung oder auch die Frage, was du nach Abitur machen möchtest, betreffen.

Bei welchen Fragen musst du Opportunitätskosten und versunkene Kosten verstehen?

Wo verbringen ich meinen Urlaub?

Was soll ich nach dem Abitur machen?

Für welches Praktikum entscheide ich mich?

Für welches Investment entscheide ich mich?

Was musst du wissen?

Opportunitätskosten

Nehmen wir an, dass du vor folgendem „Problem” stehst: Du überlegst dir, ob du über Silvester zusammen mit deiner Familie in Skiurlaub fahren möchtest oder gemeinsam mit deinen Freunden eine Woche auf den Malediven verbringst willst. Du kannst nicht beides machen, sondern musst dich entweder für A oder B entscheiden.

Wie triffst du deine Entscheidung? Du solltest nicht nur die offensichtlichen Kosten (z. B. Flug-, Hotel-, Skipasskosten), sondern auch alle impliziten Kosten berücksichtigen. Sie entstehen dadurch, dass du auf die Vorteile der anderen Option verzichten musst. Wenn du beispielsweise auf die Malediven fliegst, kannst du dort weder Skifahren noch auf der Skihütte Germknödel essen. Umgekehrt kannst du im Skiurlaub keine Zeit am Strand oder im Meer verbringen. All diese Dinge, die du verpassen würdest, zählen ebenfalls zu den Kosten der Alternative, für die du dich entscheiden willst. Genau das versteckt sich hinter dem Begriff der Opportunitätskosten: Du musst bei deiner Entscheidung immer die anderen Möglichkeiten, die du nicht wahrnehmen kannst, mit einbeziehen.

Strand und Malediven oder Schnee und Skifahren?

Genauso könnte es sein, dass du etwas Neues lernen möchtest, aber nur wenig Zeit hast: Deshalb musst du dich entscheiden, ob du dir entweder beibringst, ein Buch zu schreiben oder lernst, Software zu entwickeln. Die richtige Entscheidung variiert natürlich von Person zu Person. Was sich jedoch nicht verändern sollte, ist deine Herangehensweise an die Entscheidung: Wichtig ist, dass du jeweils über den Nutzen deiner Optionen nachdenkst und dir klar machst, auf was du mit deiner Entscheidung verzichtest. Wenn du dich für A entscheidest, ist das auch eine Entscheidung gegen B, C und D.

Ein Buch schreiben oder Software entwickeln?

Opportunitätskosten werden häufig bei einer Entscheidung übersehen, weil sie eher hypothetisch und nicht real erscheinen. Dabei sollte man sich fragen, was mehr Gewicht hat als die Entscheidung, sich auf einen Pfad festzulegen und damit alle anderen Wege nicht zu erkunden.

Versunkene Kosten

Im Gegensatz dazu werden versunkene Kosten fälschlicherweise oft bei Entscheidungen berücksichtigt, obwohl sie bereits angefallen sind bzw. ohnehin anfallen werden und unabhängig von deiner zukünftigen Entscheidung nicht rückgängig gemacht werden können. Stell dir etwa vor, dass du für heute Abend zwei Kinotickets gekauft hast. Nachmittags ruft dich ein Freund an und lädt dich zu einer spontanen Party ein, auf der auch viele alte Freunde aus deiner Grundschulzeit erscheinen werden. Du würdest viel lieber auf die Party gehen, möchtest aber auf keinen Fall die Kinokarten verfallen lassen. 

Ist es also die richtige Entscheidung, ins Kino zu gehen? Nein. Das Geld für deine Kino-Tickets hast du bereits ausgegeben. Ob du ins Kino oder auf die Party gehst, ändert daran nichts. Deshalb solltest du die Kosten für die Tickets nicht berücksichtigen: Sie sind „versunken”. 

Das Kino-Beispiel ist keine Entscheidung, die dein Leben verändert (obwohl Hunderte und Tausende kleine Entscheidungen dieser Art sehr wohl dein Leben beeinflussen). Versunkene Kosten spielen aber auch bei wichtigen Entscheidungen eine große Rolle: Jemand, der die letzten zwei Jahre für ein gutes Abitur gelernt und auf Freizeit verzichtet hat, weil er einen Studienplatz für Medizin ergattern möchte, wird diesen bisherigen Zeiteinsatz oft als Argument bei seiner Entscheidung anführen. Auch wenn sich inzwischen eine andere attraktive Option ergeben hat, die einem besser gefällt, werden sich einige Personen allein deshalb nicht umentscheiden, weil sie bereits viel Zeit und Energie in die gewissenhafte Abiturvorbereitung investiert haben. Dabei bekommt man diese Zeit nicht zurück, egal wie man sich entscheidet.

PRINZIP 3: Spieltheorie

Wobei hilft es dir?

Spieltheorie hilft dir immer, wenn du eine Entscheidung treffen musst und dabei von der Reaktion einer anderen Person abhängig bist. Zu den Anwendungen im realen Leben zählen beispielsweise Gehaltsverhandlungen, Beziehungsfragen, Poker und jede andere Aktivität, bei der es Gewinner und Verlierer gibt. 

In welchen Situationen kannst du Spieltheorie anwenden?

Soll ich eine Gehaltserhöhung fordern?

Wie spiele ich meine Pokerhand?

Wie verhandle ich mit meinen Eltern?

Wie bekomme ich bei einer WG-Gründung das Zimmer meiner Wahl?

Was musst du wissen?

Die Spieltheorie befasst sich ganz allgemein mit Entscheidungsituationen, in denen mehrere Personen miteinander interagieren und ihre Ergebnisse jeweils voneinander abhängig sein. Spieltheorie kann extrem komplex sein, aber viele Anwendungen in deinem täglichen Leben sind ganz einfach zu verstehen.

Versetze dich beispielsweise in die folgenden beiden Situationen: Im ersten Fall hast du dein Informatikstudium begonnen und arbeitest gleichzeitig für einen selbstständigen Unternehmensberater. Du betreust nicht nur seine Website, sondern hast auch eine App für ihn entwickelt, mit deren Hilfe seine Kunden regelmäßige Updates ihrer Unternehmenskennzahlen erhalten. Dein Chef kann selbst nicht programmieren und ist abhängig von deiner Arbeit. Im zweiten Szenario arbeitest du als Werkstudent bei einem großen DAX-Konzern und aktualisierst dort unter Anleitung deines Vorgesetzten Datenbanken. Du machst genau dieselbe Arbeit wie zehn andere Mitarbeiter.

In welcher Situation hast du eine bessere Verhandlungsposition und kannst eine Gehaltserhöhung fordern, die du dann auch bekommst? Intuitiv weißt du sofort, dass du im ersten Fall eine sehr gute Verhandlungsposition hast, während du in der zweiten Situation wahrscheinlich nur belächelt wirst. Für den selbstständigen Unternehmensberater bist du fast unersetzlich, während dich das DAX-Unternehmen jeden Tag problemlos austauschen kann.

Anstatt intuitiv vorzugehen, kannst du dir aber auch spieltheoretisch überlegen, wie sich diese Entscheidungssituationen entwickeln werden. Die folgenden zwei Graphiken geben genau die zwei obigen Situationen wieder. In jeder Graphik gibt es zwei Entscheider: dich und deinen Chef. Ihr beide habt jeweils zwei mögliche Strategien: Ihr könnt entweder nachgeben oder nicht nachgeben. Daraus ergeben sich vier verschiedene Kombinationen, die jeweils in den Kästchen wiedergeben sind. Dein Nutzen ist jeweils zuerst angegeben, der Nutzen deines Chefs steht hinter dem Komma.

Schauen wir zuerst auf den ersten Fall, in dem du für den selbstständigen Unternehmensberater arbeitest. Ausgangspunkt ist das Kästchen unten links („nachgeben, nicht nachgeben”). Du hast bisher nicht verhandelt und dein Chef profitiert von dem relativ niedrigen Lohn, den er dir zahlt (1,8). Solange du keine Lohnerhöhung forderst, hat er keinen Anreiz, sie dir freiwillig anzubieten (8 vs. 6). Was passiert nun, wenn du einen Lohnerhöhung forderst? Wenn ihr euch beide unnachgiebig zeigt, habt ihr jeweils einen negativen Nutzen (-1,-10): Du verlierst deine Stelle und dein Chef hat ein riesiges Problem, weil er sich auf dich verlassen hat und nicht weiß, wie er dich ersetzen kann. Deshalb wird er sich auch dazu entschließen, deine Forderung zu erfüllen. In dieser Situation steht er deutlich besser da, auch wenn er dir ein höheres Gehalt zahlen muss (3,5). 

Solltest du nach einer Gehaltserhöhung fragen? Zwei unterschiedliche Szenarien

Ganz anders stellt sich die Situation im Großkonzern dar, wo du jederzeit ersetzbar bist. Wenn du dort eine Gehaltserhöhung forderst, wird dein Arbeitgeber vermutlich nicht nachgeben, da er einfach einen anderen Werkstudenten einstellen kann. Während dein Chef in der ersten Situation verlieren würde, falls er nicht nachgibt (-10 vs. 5), würde er im zweiten Fall gewinnen, wenn er dir die Gehaltserhöhung verweigert (8 vs. 5).

PRINZIP 4: Grenznutzen

Wobei hilft es dir?

Hast du dich jemals gefragt, wie du deine Zeit optimal einteilen kannst? Wie viel Zeit solltest du beispielsweise investieren, um für dein Abitur zu lernen? Und wie könntest du später deine Zeit sinnvoll zwischen Studium, Werkstudentenjob und Hobbies aufteilen? Das Grenznutzenkonzept hilft dir dabei, diese Fragen zu beantworten.

Wann hilft dir das Grenznutzenprinzip?

Soll ich wirklich eine weitere Handtasche kaufen?

Wie teile ich meine Zeit zwischen Studium, Job und meiner Freizeit auf?

In welchen Lebensbereichen könnte ich mich selbst mit minimalem Aufwand extrem verbessern?

Soll ich mir noch eine zweite Pizza bestellen?

Was musst du wissen?

Stell dir vor, du wärest umgezogen und hättest den Umzugskarton mit all deinen Schuhen verloren. Was machst du als nächstes? Du musst natürlich neue Schuhe kaufen. Denn ohne Schuhe müsstest du dich barfuß oder auf Socken bewegen. Das erste Paar Schuhe hat also einen extrem hohen Nutzen für dich. Genauso brauchst du ein Paar Sport- und Winterschuhe, damit du ins Fitnessstudio gehen kannst und nicht auf dem Gehweg ausrutscht, wenn es das nächste Mal schneit. Nachdem du auch Schuhe für all diese speziellen Anlässe gekauft hast, nimmt der Nutzen des nächsten Schuhpaares schnell ab. Das 23. Paar Schuhe bringt dir vielleicht einen kurzen Glücksmoment beim Kauf, aber keinen großen Nutzen darüber hinaus.

Das gleiche Prinzip gilt für die Zeit, die du investierst, um für dein Abitur zu lernen, oder für die Anzahl der Ärzte in Deutschland. Wenn du täglich fünf statt vier Stunden für dein Abitur lernst, hat das nur noch einen minimalen positiven Effekt auf deine Abiturnote. Falls du jedoch vorher gar nicht gelernt hast und jetzt täglich zwei Stunden investierst, hat dies einen riesigen Effekt. Deine Abiturnote verbesserst du dadurch mindestens um eine halbe Note (z. B. von 3,3 auf 2,6). Dasselbe gilt für die Anzahl der Ärzte in einem Versorgungsgebiet: Ganz ohne Ärzte sterben wir an allerlei Infektionen und Krankheiten. Die ersten Ärzte reduzieren die Sterblichkeit enorm, genauso helfen Spezialisten in verschiedenen Fachgebieten. Doch danach nimmt auch der Nutzen zusätzlicher Ärzte rapide ab. Der sechsunddreißigste Allgemeinmediziner in deiner Stadt reduziert vielleicht die durchschnittliche Wartezeit, aber rettet keine Leben mehr. 

Die folgende Graphik illustriert das Prinzip: Auf der horizontalen Achse siehst du den Input (z. B. deine Zeit) und auf der vertikalen Achse findest du den daraus resultierenden Nutzen (das kann beispielsweise Geld oder Wissen sein). Die erste Inputeinheit (der erste Arzt, das erste Paar Schuhe, die erste Stunde, die du lernst) gibt dir einen relativ großen Nutzenzuwachs. Danach nimmt der zusätzliche Nutzen immer weiter ab, bis dir die nächste Inputeinheit fast gar keinen spürbaren Nutzenzuwachs mehr verschafft.

Mit jeder zusätzlichen Inputeinheit erzielst du einen geringeren Nutzen

Das Grenznutzenprinzip hilft dir unter anderem dabei, deine Zeit sinnvoll einzuteilen. In der Einleitung haben wir als Beispiel deine Zeiteinteilung im Studium genannt. Wie viele Stunden solltest du wöchentlich in dein Studium, deinen Werkstudentenjob und deine Hobbies investieren? Anstatt den ganzen Tag in der Bibliothek zu verbringen, willst du vielleicht nebenher noch etwas Geld verdienen und ins Fitnessstudio gehen. Konkret hast du spätestens nach sechs bis acht Stunden in der Bibliothek für diesen Tag deine Aufnahmefähigkeit ausgeschöpft und es lohnt sich nicht, noch zusätzlich vier Stunden zu investieren. Stattdessen wäre es wahrscheinlich besser, wenn du diese Zeit zum Beispiel dafür nutzen würdest, um in deinem Werkstudentenjob erste Arbeitserfahrungen zu sammeln.

PRINZIP 5: Exponentielles Wachstum und Zinseszins

Wobei hilft es dir?

Der Zinseszins-Effekt gilt nicht nur für klassische Investments. Auch dein Wissen, deine Fähigkeiten und Kenntnisse „verzinsen” sich. Nicht ohne Grund empfiehlt Investoren-Legende Warren Buffet, dass junge Menschen vor allem in sich selbst investieren sollen.

Wie entwickelt sich mein Lebenseinkommen, wenn ich...

...bereits mit 20 Jahren jedes Jahr 5.000 anspare?

...mir in jungen Jahren wertvolle Kenntnisse aneigne?

Was musst du wissen?

Nehmen wir an, dass du mit Beginn deines 20. Geburtstags jedes Jahr 10.000 Euro in den Deutschen Aktienindex (also ein Mix aus allen Aktien, die sich im DAX befinden) investierst. Basierend auf den historischen Renditen der letzten 40 Jahre nehmen wir an, dass sich auch dein Investment zukünftig mit 8% pro Jahr verzinst. Mit 29 Jahren – inzwischen hast du 100.000 Euro investiert – entscheidest du dich, die 10.000 Euro nicht länger zu sparen, sondern sie jedes Jahr für zwei tolle Reisen auszugeben. Das bereits investierte Geld darf sich aber bis zu deinem Renteneintritt mit 65 weiter verzinsen.

Jetzt schauen wir uns ein anderes Beispiel an: In diesem Szenario genießt du die Jahre zwischen 20 und 30. Schließlich bist du nur einmal jung. Du sparst nicht, sondern verkonsumierst dein gesamtes Einkommen. Doch ab deinem 30. Geburtstag entscheidest du dich, nun verantwortlich zu handeln und jedes Jahr bis zum Renteneintritt 10.000 Euro ebenfalls in einen DAX-Fonds zu investieren.

Die große Frage ist, in welchem Szenario du zu seinem 65. Lebensjahr den größeren Betrag ausgezahlt bekommt. Überraschenderweise ist es die erste Variante, bei der du zwar nur zehn Jahre lang eingezahlt hast, aber dafür früh begonnen hast:

Wie vermehren sich 10.000 Euro mit der Zeit?

Obwohl du im zweiten Szenario 3,5 Mal so viel eingezahlt hast (350.000 gegenüber 100.000 Euro), kannst du den späteren Einstieg nicht mehr kompensieren. Wenn du bereits mit 20 Jahren Geld investierst, bekommst du zu Rentenbeginn 430.000 Euro mehr ausgezahlt.

Das ist die Macht des exponentiellen Wachstums. Über die Jahrzehnte entwickelt sich aus einem kleinen Investment ein Vermögen.

Noch wichtiger ist jedoch die Frage, wie du deine Zeit investierst. Denn gerade wenn du jung bist, hast du noch dein ganzes Leben vor dir, aber in der Regel keinerlei Geld, das du anlegen kannst. 

Kleine, inkrementelle Fortschritte, die sich mit der Zeit wiederholen, sind unglaublich mächtig: Welchen Effekt hätte es, wenn du bei deiner Arbeit jeden Tag im Durchschnitt 0,5% produktiver wirst? Nach nur einem Jahr wärst du bereits sechsmal so produktiv wie zu Beginn des Jahres. 

Kleine Fortschritte, die sich oft wiederholen, haben über die Zeit einen riesigen Effekt 

Genauso kannst du dein Zeitinvestment in Relation zu deinem späteren Stundenlohn setzen. Wenn du dir wertvolle Fähigkeiten und Kenntnisse aufbaust, kannst du damit deinen zukünftigen Stundenlohn vervielfachen. Ein Beispiel: Nehmen wir an, dass du heute nur einen Job zum Mindestlohn bekommen könntest, weil du keine besonderen Fähigkeiten hast. Im nächsten Jahr baust du dir neben deinem Studium nun Fähigkeiten in der Datenanalyse auf. Vielleicht machst du einen Kurs wie „Data Analyst” auf einer Online-Lernplattform, und kannst danach die Programmiersprachen Python, R und SQL nutzen, um Muster in Daten zu erkennen und dann datenbasiert zu entscheiden. Zusätzlich hast du an dem einem oder anderen Test-Projekt gearbeitet. Wo liegt nun dein Stundenlohn? Er hat sich mindestens verdoppelt, vielleicht sogar verdreifacht.

Und das macht einen riesigen Unterschied: Wenn du 20 Stunden pro Woche arbeitest, und nun 20 Euro statt 8,84 Euro verdienst, addiert sich diese Differenz zu 11.606 Euro im ersten Jahr. Wenn du weiterhin deine Fähigkeiten ausbaust, kannst du später problemlos einen Stundenlohn von 40 Euro oder mehr erreichen. 

Wenn du neue Fähigkeiten aufbaust, vervielfacht sich dein Einkommen

Deshalb macht es wirklich Sinn, wenn du dich insbesondere zu Anfang deiner Karriere um eine steile Lernkurve bemühst. Dieses Investment wird sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg auf dein Einkommen und dein Bankkonto auswirken.

In unserem Newsletter zeigen wir dir unter anderem, welche Fehler Abiturienten typischerweise bei ihrer Entscheidung begehen, was du bei einer Zukunftsentscheidung im 21. Jahrhundert beachten solltest und wie du gute Ideen für deine Zukunft entwickeln kannst. 

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